Meist ja mit 10-mm-Kupfer, selten mit 8 mm. Eine Wärmepumpe bewegt bei gleicher Leistung drei- bis viermal so viel Wasser wie ein Kessel, weil sie mit 5 °C statt 20 °C Temperaturdifferenz arbeitet. Bei 1 m/s und ΔT 5 °C transportiert 10-mm-Kupfer etwa 1,3 kW und 8 mm etwa 0,75 kW – genug für einzelne Heizkörper, nicht für einen ganzen Kreis.
Warum ist Microbore bei einer Wärmepumpe wichtiger?
Wegen des Volumenstroms, nicht des Drucks. Die Wärme, die ein Kreis liefern kann, folgt aus dem Zusammenhang von Leistung, Volumenstrom und Temperaturdifferenz: Kilowatt entsprechen Volumenstrom mal Temperaturdifferenz mal spezifischer Wärmekapazität von Wasser. Ein Gaskessel fährt eine Differenz von 20 °C zwischen Vor- und Rücklauf; eine Wärmepumpe typischerweise 5 °C, weil ein großes ΔT die Vorlauftemperatur nach oben und den COP nach unten zwingen würde.
Gleiche Wärme, ein Viertel der Temperaturdifferenz, viermal so viel Wasser. Rohrleitungen, die einen Heizkörper am Kessel problemlos versorgt haben, laufen an einer Wärmepumpe möglicherweise mit der drei- bis vierfachen ursprünglichen Geschwindigkeit – und die Geschwindigkeit verursacht Geräusche, Erosion und einen nicht beherrschbaren Druckverlust.
Wie viel Wärme können 8 mm und 10 mm tatsächlich transportieren?
Halten Sie die Strömungsgeschwindigkeit zwischen 0,5 und 1,5 m/s, wobei 0,9–1,0 m/s als bewährte Praxis gilt. Bei diesen Werten:
| Kupferrohr (Innendurchmesser) | Volumenstrom bei 1,0 m/s | Wärme bei ΔT 5 °C | Wärme bei ΔT 8 °C |
|---|---|---|---|
| 8 mm (6,8 mm) | 2,2 l/min | 0,76 kW | 1,2 kW |
| 10 mm (8,8 mm) | 3,6 l/min | 1,3 kW | 2,0 kW |
| 15 mm (13,6 mm) | 8,7 l/min | 3,0 kW | 4,9 kW |
| 22 mm (20,2 mm) | 19,2 l/min | 6,7 kW | 10,7 kW |
Lesen Sie das zusammen mit dem Volumenstrom der Gesamtanlage: Bei ΔT 5 °C braucht eine Wärmepumpe mit 5 kW etwa 14 l/min, ein Gerät mit 10 kW rund 29 l/min. Diese Mengen passen bei keiner akzeptablen Geschwindigkeit durch ein 10-mm-Rohr, weshalb die Verteilleitungen – der Weg von der Wärmepumpe zum Verteiler oder zum ersten T-Stück – auch in einem Microbore-Haus immer 22 mm oder 28 mm haben müssen.
Die Unterscheidung, die die meisten Projekte entscheidet, lautet daher: 10-mm-Endanschlüsse zu einzelnen Heizkörpern sind meist in Ordnung; 10 mm als Hauptkreis nicht. Eine Grenze von 1,3 kW deckt einen Schlafzimmer- oder Badheizkörper problemlos ab, reicht im Wohnzimmer aber bei Weitem nicht.
Wie sieht es mit Kunststoff-Microbore und im Estrich verlegten Rohren aus?
Kunststoff ist bei gleicher Nenngröße schlechter als Kupfer. Ein 10-mm-Kunststoffrohr hat dickere Wände und einen Innendurchmesser näher bei 7 mm, was die Kapazität gegenüber 10-mm-Kupfer um etwa ein Drittel senkt, und Steckfitting-Einsätze verengen ihn an jeder Verbindung weiter. Behandeln Sie 10-mm-Kunststoff für die Auslegung wie 8-mm-Kupfer.
Eingebettete und unzugängliche Rohrleitungen verändern die Wirtschaftlichkeit, nicht die Physik. Wo Microbore in einem massiven Boden verschwindet, gibt es praktisch drei Möglichkeiten: es für die kleinen Räume zu behalten, die es versorgen kann, neue Rohrleitungen auf anderem Weg zu führen oder ein höheres ΔT und eine höhere Vorlauftemperatur nur in diesem Strang in Kauf zu nehmen. Lange Leitungswege sind das eigentliche Problem: Der Druckverlust steigt mit dem Quadrat der Geschwindigkeit und linear mit der Länge, sodass sich 15 m 8-mm-Rohr ganz anders verhalten als 3 m davon.
Welche Auswege gibt es?
- Nach Räumen aufteilen. Versorgen Sie kleine Räume über das vorhandene Microbore und verlegen Sie nur die zwei oder drei Heizkörper mit hoher Leistung neu. Das ist meist die günstigste fachgerechte Lösung.
- ΔT gezielt erhöhen. Einen Strang mit 8 °C statt 5 °C auszulegen, senkt seinen Volumenstrombedarf um etwa 40 %. Es kostet ein wenig Effizienz, weil die mittlere Heizkörpertemperatur sinkt; es ist also ein gezieltes Werkzeug, keine Einstellung für die ganze Anlage.
- Die Heizfläche vergrößern statt den Volumenstrom. Ein größerer Heizkörper liefert dieselbe Wärme bei niedrigerer mittlerer Wassertemperatur und damit demselben Volumenstrom – siehe Brauche ich größere Heizkörper für eine Wärmepumpe?
- Von Einrohr- oder sternförmigem Microbore auf ein Zweirohrsystem umstellen, wo die Verteileranordnung das erleichtert; sternförmiges Microbore von einem zentralen Verteiler aus lässt sich oft einfacher neu verlegen, als es aussieht.
- Die Pumpendrehzahl nicht einfach erhöhen. 8-mm-Rohr auf 2 m/s zu treiben, bringt Ihnen Lärm, Erosion des Kupfers und eine Umwälzpumpe, die genug Strom verbraucht, um den saisonalen COP zu schmälern.
Wie prüfe ich mein eigenes Haus?
Suchen Sie das Rohr, das in einen Heizkörper führt, und messen Sie den Außendurchmesser: 8 mm und 10 mm sind unverkennbar dünner als der 15-mm-Standard. Prüfen Sie dann, woher es kommt – sternförmiges Microbore verläuft meist von einem Verteiler in einem Hauswirtschaftsschrank oder unter dem Boden, während eine 15-mm-Verteilung mit 10-mm-Anschlussleitungen eine weit leichtere Nachrüstung ist als durchgehend 8 mm.
Von der Herstellerseite sei klar gesagt: Eine in Kilowatt richtig dimensionierte Wärmepumpe kann trotzdem scheitern, wenn niemand die Liter pro Minute geprüft hat; deshalb gibt Solimpeks für seine Wärmepumpenreihe den Wasservolumenstrom neben der Leistung an.
Geben Sie diese Feststellungen an die Person weiter, die die Heizlastberechnung erstellt. Eine kompetente Planung nennt den Auslegungsvolumenstrom, das Auslegungs-ΔT und die Geschwindigkeit in jedem Strang und benennt, welche Rohre zu ändern sind, bevor das Angebot kalkuliert wird und nicht erst nach dem Einbau der Wärmepumpe. Dieser Detailgrad ist auch der schnellste Weg, zwei Angebote zu unterscheiden; siehe Wie vergleiche ich zwei Wärmepumpen-Angebote fair?
Häufig gestellte Fragen
Muss ich Microbore-Rohre für eine Wärmepumpe ersetzen?
Nicht alle. Die Verteilleitungen müssen 22 mm oder 28 mm haben, um den gesamten Volumenstrom zu tragen, aber 10-mm-Kupferanschlüsse zu einzelnen Heizkörpern bis etwa 1,3 kW bleiben meist bestehen. Nur 8-mm-Rohre und 10-mm-Kunststoffrohre müssen häufig vollständig ersetzt werden.
Wie viel Wärme kann ein 10-mm-Rohr mit einer Wärmepumpe transportieren?
Etwa 1,3 kW bei 1 m/s und 5 °C Temperaturdifferenz, oder rund 2 kW, wenn der Strang mit 8 °C ausgelegt wird. Das deckt die meisten Schlafzimmer- und Badheizkörper ab, aber keine Heizfläche im Wohnzimmer.
Warum braucht eine Wärmepumpe so viel mehr Wasserdurchfluss als ein Kessel?
Weil sie eine Differenz von 5 °C zwischen Vor- und Rücklauf fährt statt der 20 °C eines Kessels. Dieselben Kilowatt mit einem Viertel der Temperaturdifferenz zu liefern, erfordert durch dieselben Rohre etwa den vierfachen Volumenstrom.
Kann ich die Umwälzpumpe einfach hochdrehen, um Wasser durch Microbore zu drücken?
Nein. Oberhalb von etwa 1,5 m/s wird Kupfer laut und unterliegt Erosionskorrosion, und der Eigenstromverbrauch der Pumpe beginnt, den saisonalen COP zu schmälern. Der richtige Weg ist, den Volumenstrombedarf durch größere Heizflächen oder ein höheres ΔT im Strang zu senken.
