Willkommen bei The Solar Brief, unserem monatlichen Fünf-Minuten-Überblick über die Nachrichten, die den europäischen Heizungsmarkt bewegen. Sechs Meldungen haben es im August in die Auswahl geschafft – ein Förder-Countdown in Deutschland, ein Mahnschreiben an 27 Regierungen, ein Metall auf Rekordniveau und ein CO₂-Preis, der auf sich warten lässt.
1. Der europäische Wärmepumpenabsatz wächst wieder.
Die im Juni veröffentlichten Daten der EHPA beziffern den Absatz 2025 auf 2,88 Millionen Geräte in 21 Ländern, ein Plus von 13 % gegenüber 2024 – wobei Deutschland mit bemerkenswerten +50 % kräftig zulegte, da Wärmepumpen dort erstmals die Hälfte aller neu verkauften Raumheizungen ausmachten. Frankreich führte beim reinen Volumen mit 528.000 Geräten, und das erste Quartal 2026 brachte in 11 meldenden Ländern weitere 17 % hinzu.
Warum das wichtig ist: Der Einbruch von 2024 ist offiziell vorbei – Vertriebspartner sollten Lagerbestand und Installationskapazitäten auf Wachstum ausrichten, nicht auf Zurückhaltung.
2. Deutschland hat seine Heizungsförderung auf eine Countdown-Uhr gesetzt.
Die reformierte BEG ist am 21. Juli in Kraft getreten: Die Grundförderung von 30 % bleibt bestehen, doch der Klimageschwindigkeitsbonus für den Austausch einer funktionierenden fossilen Heizung sinkt von 20 % auf 16 % und schrumpft nun alle sechs Monate, bis er im August 2028 bei null ankommt. Auch die Obergrenze der förderfähigen Kosten sinkt von 30.000 € auf 28.000 €. Alle Zahlen finden Sie in unserem Leitfaden zur Heizungsförderung in Deutschland.
Warum das wichtig ist: In Deutschland hat Abwarten jetzt einen Preis – „je früher der Umstieg, desto mehr Förderung“ gehört in jedes Angebot.
3. Brüssel hat allen 27 Mitgliedstaaten ein Mahnschreiben geschickt.
Am 15. Juli hat die Europäische Kommission gegen jedes einzelne EU-Land Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet, weil es die EPBD-Gebäuderichtlinie nicht bis zur Frist am 29. Mai vollständig umgesetzt hat. Die Solardachpflicht, der Standard für emissionsfreie Gebäude und der Heizkessel-Ausstieg bis 2040 kommen weiterhin – das nationale Recht hinkt lediglich hinterher.
Warum das wichtig ist: Verspätete Umsetzung ist keine aufgehobene Regulierung – Planer sollten sich an der Richtlinie orientieren, nicht an der Lücke.
4. Stahl ist in Europa deutlich teurer geworden.
Die überarbeitete EU-Stahlschutzmaßnahme ist am 1. Juli in Kraft getreten, hat die zollfreien Einfuhrkontingente auf 18,3 Millionen Tonnen fast halbiert und den Zoll außerhalb des Kontingents auf 50 % verdoppelt. Einige HLK-Hersteller in der EU haben Preisanpassungen angekündigt.
Warum das wichtig ist: Stahl ist das Rückgrat von Speichern, Rahmen und Gehäusen – Vertriebspartner, die Herbstprojekte planen, sollten aktuelle Preislisten und Lieferzeiten frühzeitig bei ihren Lieferanten bestätigen lassen.
5. Kupfer notiert weiterhin nahe am Rekordniveau.
Der LME-Kupferpreis erreichte im Januar mit rund 14.527 US-Dollar pro Tonne ein Rekordhoch; Analysten erwarten, dass die Preise hoch bleiben, und UBS sieht 15.500 US-Dollar bis Mitte 2027 aufgrund eines strukturellen Angebotsdefizits bis 2030.
Warum das wichtig ist: Kupfer steckt in jedem Absorber, jeder Rohrwendel und jedem Verdichter – Einkaufsteams sollten sich absichern, statt zu hoffen.
6. ETS2 lässt auf sich warten – der CO₂-Preis auf Heizbrennstoffe verschiebt sich auf 2028.
Die EU hat den Start des ETS2 formell um ein Jahr auf Januar 2028 verschoben, wobei die Versteigerung der Zertifikate weiterhin 2027 beginnt und den Klima-Sozialfonds vorfinanziert. Die Richtung bleibt unverändert: Fossiles Heizen wird strukturell teurer.
Warum das wichtig ist: Der Termin hat sich verschoben, das Argument nicht – Solarthermie und Wärmepumpen bleiben die Absicherung gegen den kommenden CO₂-Preis.
Wir sehen uns im September.
