Der SCOP (Seasonal Coefficient of Performance, saisonale Leistungszahl) ist die durchschnittliche Effizienz einer Wärmepumpe über eine gesamte Heizperiode, gemessen nach EN 14825. Anders als der COP, der einen festen Betriebspunkt beschreibt, gewichtet der SCOP die Leistung bei milder und kalter Witterung. Ein guter SCOP für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe liegt bei 3,5 oder höher; europäische Förderprogramme verlangen in der Regel mindestens 3,0.
Wie wird der SCOP gemessen?
EN 14825 definiert eine Referenz-Heizperiode – eine Reihe von Außentemperaturen und die Stundenzahl, in der sie jeweils auftreten – für drei europäische Klimazonen (durchschnittlich, wärmer, kälter). Die Wärmepumpe wird bei mehreren Teillastpunkten geprüft, und die Ergebnisse werden zu einer einzigen saisonalen Kennzahl gewichtet. Der SCOP erfasst damit Aspekte, die ein einzelner COP-Wert nicht zeigt: das Teillastverhalten, Abtauverluste und den Einsatz der Zusatzheizung.
SCOP, ErP-Label und ηs (jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz)
Das EU-Energielabel rechnet den SCOP in ηs (eta-s) um, die jahreszeitbedingte Raumheizungs-Energieeffizienz, mit ηs ≈ SCOP / 2,5 (dem EU-Primärenergiefaktor für Strom). Ein SCOP von 3,5 entspricht einem ηs von etwa 137–140 % (die Verordnung zieht 3 Prozentpunkte für die Temperaturregelung ab) – das ist Klasse A+ für die 35-°C-Anwendung; A++ beginnt bei ηs 150 %.
| SCOP (35-°C-Anwendung) | ηs | ErP-Klasse |
|---|---|---|
| ≥ 4,45 | ≥ 175 % | A+++ |
| 3,83 – 4,45 | 150 – 174 % | A++ |
| 3,15 – 3,83 | 123 – 149 % | A+ |
Warum Förderprogramme den SCOP verwenden und nicht den COP
Da der SCOP das reale saisonale Verhalten abbildet, legen Förderprogramme ihre Schwellenwerte darüber fest: Die BEG in Deutschland verlangt eine JAZ (das Praxis-Pendant zum SCOP) von mindestens 3,0; der britische MCS-Standard legt die saisonale Mindesteffizienz für die Förderfähigkeit im Boiler Upgrade Scheme fest. Ein Gerät mit beeindruckendem COP bei A7/W35, aber schwacher Modulation bei Kälte kann an einer SCOP-Schwelle dennoch scheitern.
So verbessern Sie den SCOP einer installierten Anlage
- Legen Sie die Anlage auf eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur aus – mit Fußbodenheizung oder großzügig dimensionierten Heizkörpern.
- Nutzen Sie eine witterungsgeführte Regelung statt eines festen Vorlaufsollwerts.
- Dimensionieren Sie die Wärmepumpe passend zur Heizlast des Gebäudes; Überdimensionierung führt zu Taktverlusten.
- Ergänzen Sie einen richtig dimensionierten Pufferspeicher, um Takten zu verhindern.
- Halten Sie den Luftweg am Außengerät frei von Hindernissen und vermeiden Sie Luftkurzschluss.
Häufig gestellte Fragen
Ist der SCOP dasselbe wie die JAZ (Jahresarbeitszahl)?
Sie sind nah verwandt. Der SCOP ist ein saisonaler Laborwert nach EN 14825; die JAZ ist die im Betrieb gemessene Jahresarbeitszahl einer realen Anlage. Die BAFA-/BEG-Förderregeln in Deutschland beziehen sich auf die JAZ, die für das jeweilige Gebäude berechnet wird.
Welche Klimazone gilt für den SCOP im Datenblatt?
Sofern nicht anders angegeben, das europäische Klimaprofil „durchschnittlich“ (Referenzstadt Straßburg). Hersteller können zusätzlich Werte für kälteres Klima (Helsinki) und wärmeres Klima (Athen) veröffentlichen – relevant beim Vergleich von Geräten für Skandinavien oder den Mittelmeerraum.
